"Zügle oder bliibe?

Die Geschichte der kreativen Zwischennutzungen, Kultur- und Produktionsräume von 1989 bis 2014

Kreative gelten als mobil, da sie nicht nur in flexiblen Arbeitsverhältnissen wirken, sondern oft von Umzug betroffen sind. Dies hat wesentlich mit Veränderungen im Wohnungs- und Büro-flächenmarkt zu tun, wo mit zunehmender Nachfrage die Mieten steigen und Kreative mit nicht sehr hoher Wertschöpfung von Nutzungen mit höherer Wertschöpfung oder durch Umnutzung zum Umzug gezwungen werden.

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Zuegle

Allerdings sind Kreative auch stark szenenorientiert und deshalb nicht beliebig niederlassungs-fähig und –willig (Lange 2007). Umnutzungen bis hin zu Ersatzneubauten sind sowohl im Bestand in Quartieren der Kreise 3, 4, 5 und 8 zu finden, als auch in ehemaligen Industriearealen. Gerade letztere waren seit Ende der 1980er Jahre ein wichtiger Faktor für das Aufblühen der Kreativwirt-schaft (Klaus 1993 und 2006). Die Zwischennutzungen ermöglichten Hunderten von Personen den Aufbau eines eigenen Unternehmens (Angst et al. 2010, Oehler 2006).

ZuerichWestZuerich West 2014. Photo Ph. Klaus

 
In Zürich West und Zürich Nord sind fast alle Industriebrachen umgenutzt. Die Umnutzung des Maagareals, Güterbahnhofs und Löwenbräuareals sind noch ganz frisch. Es drängt sich die Frage auf, wohin die Kreativen gezogen sind und was aus Ihren Unter-nehmen geworden ist. Die Studie reiht sich damit auch in die Legislaturziele der Periode 2010 – 2014 ein und schenkt den Kreativen, den Kultur-schaffenden und der Kreativwirtschaft die ihnen gebührende Aufmerksamkeit und untersucht eines der zentralen Probleme, nämlich jenes der Räume.

Die Kreativwirtschaft ist in den vergangenen zwanzig Jahren stetig und zum Teil markant gewachsen. Der Dritte Zürcher Kreativwirtschaftsbericht weist 4925 Kreativunternehmen mit 33'763 Beschäftigten für das Jahr 2008 aus. Räumliche Konzentrationen und Veränderungen der Kreativwirtschaft wurden verschiedentlich untersucht (Klaus 2006 und 2008, Heider 2007, Zvecevac 2012).

Ziel der Studie

Das Ziel der Studie ist es, vertiefte Erkenntnisse über die Raumsituation von Kreativ-unternehmen, Kulturschaffenden, KünstlerInnen zu generieren. Mit Räumen der Kreativen sind einerseits Arbeitsräume und Liegenschaften gemeint, andererseits Stand-orte und Quartiere. Damit können auch Clusterungen von Kreativen ermittelt werden. Es soll ein Bild über die „Bewegungen“ der Kreativen entstehen, mit welchem nachge-zeichnet werden kann, wie oft, von wo nach wo und aus welchen Gründen die Kreativen umgezogen sind. Damit soll auch nachgezeichnet werden, wohin die Kreativen gezogen sind, wenn Zwischennutzungen, z.B. in ehemaligen Industriearealen, aufgelöst wurden oder sich das Mietniveau in Quartieren nach oben veränderte.

Umfrage

Zur Erhebung der Umzüge und Umzugsgründe wird eine breite online - Umfrage eingesetzt. Dabei werden die Arbeitsorte mit Adressen, Postleitzahlen und ehemaligen Industrieareale sowie Umzugsjahre erfasst. Die Umfrage richtet sich an alle Personen, die zu den sogenannten dreizehn Teilmärkten der Kreativwirtschaft zählen. Diese sind sehr breit angelegt und umfassen auch Künstler und Künstlerinnen bis hin zu GamesentwicklerInnen.

Kreative ZuerichDownload Studie

ZuerichNord
basislager
Gauss-Stierli Areal 2002. Photo Ph. Klaus   Basislager 2013. Photo Ph. Klaus

 
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